Nach dem Verkauf von Kaffeetassen mit einem Hitler-Konterfei in vier Filialen eines großen Möbelhauses in Nordrhein-Westfalen hat der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen. Dabei gehe es um den Tatvorwurf der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang. “Der Tatbestand ist objektiv erfüllt. Auf den Tassen ist ja ein Hakenkreuz und ein Hitler-Porträt zu sehen”, erklärte die Sprecherin der Dortmunder Staatsanwaltschaft. Die Staatsschutz-Beamten müssen jetzt klären, wer die Tassen bestellt hat und wer hätte wissen können, was auf den Tassen zu sehen ist. (Quelle: t-online, dpa, 11.04.2014)
Der ewige Kalender gibt Auskunft, warum in diesem Jahr die Fratze des Massenmörders und Usurpators Adolf Hitler wieder mal von Interesse zu sein scheint im niemals wirklich entnazifizierten Deutschland. Am 20.04.1889 wurde die Mensch gewordene Bestie geboren, so dass im Jahr 2014 sich dessen Geburtstag zum 125. Mal jährt und dazu noch dieses Datum auf den Ostersonntag fällt, der in der christlichen Welt als der “Auferstehungstag des Herrn” gefeiert wird. Bis her fielen der 20.04. und der Ostersonntag seit dem 30.04.1889 nur fünf Mal zusammen, 1919, 1924, 1930, 2003 und 2014, so dass dieses Ereignis dieses Jahr ein besonders denkwürdiger Tat zu sein scheint.
Mit Blick auf die Standorte des Möbelhauses Zurbrüggen in Unna, Herne, Bielefeld, Delmenhorst und Oelde drängt sich der Verdacht auf, dass Rosen und Fratze des Massenmörders nicht nur im unmittelbaren Zusammenhang mit dessen 125. Geburtstag stehen, sondern auch die Verbundenheit der vier Städte mit dem Nationalsozialismus bis heute zum Hintergrund haben. So viele Zufälle auf einmal scheiden hier faktisch aus.
In Bielefeld hieß der heutige Oetkerpark mit seinem Rosengarten zwischen 1933 und 1945 ” Adolf-Hitler-Park”. Wie Spiegel-online vom 19.10.2013 wissen lässt, passte zwischen Oetker und das Regime kein Blatt Papier. Das ist der “Oetkerpark” dann wohl als Fortsetzung der Tradition anzusehen.
In Unna lag das SS-Nachrichtensturmbann, das zunächst in Berlin-Adlershof stationiert war und gehörte zur SS-Verfügungsdivision. Die Division bildete zusammen mit den SS-Totenkopfverbänden und der 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte-SS Adolf Hitler den Grundstock der späteren Waffen-SS. Die Division trägt die Verantwortung für zahlreiche Kriegsverbrechen an der Ost- und Westfront. Zu den bekanntesten zählt das Massaker von Oradour bei dem 642 Menschen, darunter 207 Kinder und 254 Frauen, starben, sowie das Massaker von Tulle mit 97 Toten und 321 Verschleppten.
In Oelde und Delmenhorst gibt sich jedes Jahr das “Neonazi-Pack” ein Stelldichein.
Wie es um den seit 65 Jahren hochgelobten bundesdeutschen Rechtsstaat insgesamt tatsächlich bestellt ist, lässt sich in den einschlägigen Expertisen der Grundrechtepartei in ihrem aktualisierten Rechtsstaatsreport sehr genau nachlesen.
(Originalartikel: /230536)