Das Interesse der Öffentlichkeit an einem hohen Ansehen der Justiz ist höher zu bewerten als Ihr Interesse, der Justiz Fehler nachzuweisen und die Justiz und ihre Personen zu diffamieren, Amtsgericht Soltau am 06.05.1998 in 1460-5-6 XVII F 20.

Korruptionsvorwürfe gegen Richter: 2000 Jura-Examen werden überprüft. Wegen Korruptionsvorwürfen gegen einen Mitarbeiter des Landesjustizprüfungsamtes [in Celle / Niedersachsen] werden dort die Abschlussprüfungen von rund 2000 Juristen untersucht. Es besteht der Verdacht, dass sich einige Studenten Prüfungsinhalte vorab gekauft haben. Zwölf Sonderprüfer würden umgehend mit der Untersuchung beginnen, sagte Justizstaatssekretär Wolfgang Scheibel am Mittwoch in Hannover: “Wir werden alle Prüfungen seit 2011 durchsehen. Es geht nicht anders.” Diese zwölf Experten aller examensrelevanten Rechtsgebiete sind damit beauftragt, rückwirkend alle auffälligen Prüfungsleistungen einer unabhängigen Prüfung zu unterziehen. (Quelle: Spiegel-online, 02.04.2014)

Im Licht des von dem Soltauer Amtsgerichtsdirektor Sigmund Rundt am 06.05.1998 im dortigen Verfahren  1460-5-6 XVII F 20 formulierten Satz

»Das Interesse der Öffentlichkeit an einem hohen Ansehen der Justiz ist höher zu bewerten als Ihr Interesse, der Justiz Fehler nachzuweisen und die Justiz und ihre Personen zu diffamieren.«

ist das Berichten im Spiegel jetzt über den o.a. Betrugsvorgang im nds. Landesjustizprüfungsamt in Celle natürlich eine Katastrophe für den Personenkreis, der sich trotz Bonner Grundgesetz und damit einhergehender unverbrüchlicher Bindung aller im öffentlichen Dienst stehenden bundesdeutschen / nds. Juristen, egal ob Verwaltungsjurist, Staatsanwalt oder Richter an das verfassungskonforme und erst dann gültige Gesetz und ebenso nur an verfassungskonformes Recht, alles andere als absolut verfassungs- und / oder gesetzestreu verhält, wenn man dezidiert hinter die Kulissen des juristischen Theaters seit dem dem Inkrafttreten des Bonner Grundgesetzes am 23.05.1949 schaut.

Wie es um die bundesdeutsche Justiz einschließlich des seit 65 Jahren hochgelobten bundesdeutschen Rechtsstaat insgesamt tatsächlich bestellt ist, lässt sich in den einschlägigen Expertisen der Grundrechtepartei sehr genau nachlesen.

Empfehlenswert sind hier aktuell die Werke “TÄTER, Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden” v. Harald Welzer und “Die kalte Amnestie, NS-Täter in der Bundesrepublik” von Jörg Friedrich.

(Originalartikel: /230406)