“Ich weise das Votum der Jury nicht zurück. Aber ich lehne es ab, den Namen zu tragen und den Kopf eines Mannes zu präsentieren, der Propaganda für die Nazis gemacht hat“, so der Bürgerrechtsaktivist Jacob Appelbaum nach der Verleihung des “Henri Nannen-Preises” am 24.05.2014.

Jacob Appelbaum gewann gemeinsam mit Redakteuren des „Spiegel“ den Henri-Nannen-Preis. Nun will er die Trophäe, die den „Stern“-Gründer darstellt, einschmelzen – wegen der Vergangenheit Henri Nannens in der NS-Zeit. „Ich weise das Votum der Jury nicht zurück“, sagte er. Appelbaum war vor einer Woche in Hamburg in der Kategorie Investigation ausgezeichnet worden. Die Pressefreiheits-Preisträgerin Laura Poitras erwägt Medieninformationen zufolge, es ihm gleichzutun. (Quelle: Focus-online, 02.06.2014)

Seit 2005 lassen sich namhafte Journalisten mit dem Henri-Hannen-Preis auszeichnen ohne dass bisher ein einziger Skrupel gezeigt hat, sich mit dem Namen eines Nazi-Propagandisten des NS-Terrorregimes des Massenmörders Adolf Hitler vom Gruner + Jahr – Verlag schmücken zu lassen. Dem Vernehmen nach werden journalistische Bestleistungen ausgezeichnet mit dem Namen eines “NS-Schmierfinken”, auch wenn dieser dann als Herausgeber des “stern” gegen Rechtsextremismus gestanden haben will.

Appelbaum und Portras zeigen hier ein Stück weit Zivilcourage und begehren auf gegen Figuren des NS-Terrorregimes, die zum Räderwerk der Bestialität zwischen dem 05.03.1933 und dem 09.05.1945 ihren ganz persönlichen Beitrag geleistet haben, um das bis heute Unfassbare möglich gemacht zu haben.

Bis heute ist der bundesdeutsche Journalismus wesentlich mit daran beteiligt, dass das Bonner Grundgesetz als ranghöchste Rechtsnorm der Bundesrepublik Deutschland trotz seiner 65 Jahre bis heute noch immer seiner Erfüllung harrt.

Wie es im Lichte dessen um den seit 65 Jahren hochgelobten bundesdeutschen Rechtsstaat insgesamt bis heute tatsächlich bestellt ist, lässt sich in den einschlägigen meinungsfreien Expertisen der Grundrechtepartei in ihrem aktualisierten Rechtsstaatsreport sehr genau und bisher nicht widerlegt nachlesen.

(Originalartikel: /231641)

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“Ich weise das Votum der Jury nicht zurück. Aber ich lehne es ab, den Namen zu tragen und den Kopf eines Mannes zu präsentieren, der Propaganda für die Nazis gemacht hat“, so der Bürgerrechtsaktivist Jacob Appelbaum nach der Verleihung des “Henri Nannen-Preises” am 24.05.2014. von Grundrechtepartei, sofern nicht ausdrücklich anders festgestellt, ist lizenziert unter einer Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International Lizenz.

2 Gedanken zu „“Ich weise das Votum der Jury nicht zurück. Aber ich lehne es ab, den Namen zu tragen und den Kopf eines Mannes zu präsentieren, der Propaganda für die Nazis gemacht hat“, so der Bürgerrechtsaktivist Jacob Appelbaum nach der Verleihung des “Henri Nannen-Preises” am 24.05.2014.“

  1. Ich habe über Twitter an die NDR-ZAPP-Redaktion eine Frage gestellt:

    Und wer aus der @ZappMM - Redaktion ist KEIN Mitläufer, KEIN Anpasser und KEIN Konformist?”

    Eine Antwort der ZAPP-Redaktion erfolgte NICHT !!, wie so oft…

  2. Am 23.05.2014 war in der Frankfurter Allgemeinen bereits das Folgende zu lesen:

    “Er habe seine Bedenken, so Appelbaum in der von „Zapp“ dokumentierten Rede, schon am Abend der Preisverleihung vor einer Woche in Hamburg äußern wollen. Doch sei er angesichts des feierlichen Rahmens davor zurückgeschreckt. Die Preisverleihung habe „in der Kulisse eines Zirkus“ stattgefunden. „Nannens Name erstrahlte in großen Lettern im Saal. Als ich zusammen mit meinen Koautoren im Smoking die Bühne betrat, überkam mich das Gefühl, dass das Verlesen meines vorbereiteten Statements eine Beleidigung wäre, und dass ich besser schweigen sollte. Ich spürte den sozialen Druck des Konformismus. Ich hatte gedacht, dass ich nicht im Schweigen gefangen sein würde, doch ich hatte mich getäuscht. In diesem Zirkus spielte auch ich meine Rolle. Ich griff nicht nach dem Mikrofon. Ich schäme mich dafür, aber ich brachte auf der Bühne kein Wort hervor. Ich spürte, dass ich eine begehrte Auszeichnung erhalten hatte, und gleichzeitig ein Stück von mir dabei verlor. Ich nahm die schwere Metallbüste – Henri Nannens Kopf – mit, und unser Siegerteam feierte, wie man einen solchen Sieg eben feiert.“

    Nach dem Krieg, so Appelbaum in seiner Rede weiter, sei Henri Nannen an dem Versuch beteiligt gewesen, „der Öffentlichkeit die Hitler-Tagebücher als echt zu präsentieren“. Er sei somit „für den Versuch, einen der größten faschistischen Massenmörder der Geschichte als unschuldig darzustellen, mitverantwortlich.“ Er sei stolz darauf, sagte Jacob Appelbaum, „dass meine Arbeit von vielen großen deutschen Journalisten gewürdigt wird. Gleichzeitig jedoch schäme ich mich dafür, eine Auszeichnung anzunehmen, die den Namen Henri Nannens trägt.“

    Es macht deutlich, wie gerne sich Journalisten Scheins auszeichnen lassen, doch die wenigsten denken darüber nach, was eine solche Auszeichnung für namentlich befördert.

    Man erinnere sich an den Journalistenpreis des Bundes der Steuerzahler der den Namen “Karl-Bräuer” trug. Dieser Karl Bräuer war nun aber nicht nur der Begründer des Bundes der Steuerzahler und Namensgeber des gleichnamigen Institutes, sondern im NS-Terrorregime NSDAP-Mitglied, SS-Untersturmführer und Schulungsleiter für Rasse- und Siedlungsfragen des Reichssicherheitshauptamtes. Als die Grundrechtepartei diesen Fakten auf die Spur gekommen ist 2012/2013 und den Bund der Steuerzahler ebenso wie die Preisträger mit dem Fakten konfrontierte, waren weder der Bund der Steuerzahler noch die Preisträger des “Karl-Bräuer-Preises” berührt, sondern haben versucht, es zu relativieren, so wie man bis heute in weiten Teilen der bundesdeutschen Bevölkerung dem NS-Terrorregimes immer noch wieder “auch gute Seiten” abzugewinnen versucht. Details lesen sich u.a. hier:

    “Karl-Bräuer-Preis des Bundes der Steuerzahler, sein Namensgeber war NSDAP-Mitglied und SS-Untersturmführer sowie Schulungsleiter für Rasse- und Siedlungsfragen.”

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